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Die Region um Germering sowie zwischen Holzhausen im Landkreis Fürstenfeldbruck und Steinlach bzw. Gilching im Landkreis Starnberg bietet neben einer attraktiven und auch geologisch interessanten Landschaft eine Fülle an geschichtlich bedeutenden Denkmälern. Um diese Bodendenkmäler in der Öffentlichkeit besser bekannt zu machen entstanden mehrere Wanderwege, die auch für Radfahrer geeignet sind.



        Karte und Beschreibung als PDF-Datei (Jexhof).


Keltischer Vier-Schanzenweg
(Initiiert vom HVF zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Eröffnet im Oktober 2005.)

Dieser Rundweg führt zu vier keltischen Viereckschanzen, die alle in Karten eingetragen sind, aber deren Wälle und Gräben sich ohne Erläuterung nur schwer erschließen lassen.

Um diese Bodendenkmäler, die zwischen dem 3. und 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurden, in der Öffentlichkeit besser bekannt zu machen entstand der Wander- und Radweg. An jeder der Viereckschanzen befindet sich eine Informationstafel, auf der das jeweilige Bodendenkmal beschrieben wird und ein Themenkomplex zur Archäologie, wie 'Was ist ein Bodendenkmal', 'Luftbildarchäologie' oder 'Forschungsgeschichte' behandelt wird.

Ausgangs- und Endpunkt des etwa 12 Kilometer langen Weges bildet der Jexhof mit seinem Museum. Hier erhält der Interessierte auf einer Einführungstafel einen Überblick zur Verbreitung, Funktion und Aussehen der Anlagen.
Von dort führt die Strecke bis zum Fernsehturm, in dessen Nähe zwei der Schanzen liegen. Holzhausen 1, heute versteckt im Wald gelegen, ist besonders eindrucksvoll erhalten. Die zweite Schanze wird vom heutigen Weg nach Holzhausen durchschnitten. Die Wälle und Gräben fallen weniger auf, der Plan auf der Geländetafel hilft die Spuren der Geschichte zu entdecken.
Von Holzhausen folgen wir der römischen Fernstraße von Augsburg nach Salzburg, die heute als 'Via Julia' beschildert ist. Wenige hundert Meter vor Steinlach in der Gemeinde Gilching liegt im Ackerland eine kaum mehr sichtbare Anlage, deren Gesamtaussehen erst durch Luftbilder deutlich wird. Es bot sich daher an, auf dieser Tafel das Thema Luftbildarchäologie vorzustellen.
Vor dem Ortsanfang von Steinlach führt der Weg nach rechts zum vierten Denkmal. Hier spielt das Thema der frühen Forschung eine Rolle, da diese Schanze bereits 1891 gezeichnet und beschrieben wurde. Wie zum damaligen Zeitpunkt üblich wurde die Umwehrung zuerst als römische Befestigung gedeutet.

Über Rottenried führt der Weg in einem weiten Bogen zurück zum Jexhof.

Was sind keltische Viereckschanzen?

Die Viereckschanzen gehören neben den Stadtanlagen (lat. Oppida) zu den bedeutendsten Denkmälern aus keltischer Zeit. Ihre Größe bewegt sich zwischen 0,4 und 1,2 Hektar. Einzelne Anlagen können aber auch eine Fläche von bis zu 29 Hektar erreichen. Bis heute sind in Bayern 165 Anlagen im Gelände sichtbar, 110 verebnete Schanzen wurden durch die Luftbildarchäologie entdeckt.

Die meisten Viereckschanzen sind aus Süddeutschland zwischen dem Rhein im Westen und der Salzach im Osten bekannt. Die weitaus größte Zahl ist aus Bayern bekannt. Es lassen sich Zonen mit eng beieinander liegenden Schanzen feststellen, in anderen sind sie dagegen selten.

Der Grundriss der Anlagen ist meist rechteckig, kann aber auch quadratisch oder trapezoid sein. Der Innenraum wird stets von Wall und Graben eingefasst. Das Tor besteht aus einer Brücke über den Graben und dem Torhaus. Die Eingänge liegen meist im Osten, seltener im Süden oder Westen, aber nie Norden.

Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Innenbebauung einem gewissen Grundschema folgt. Häufig ist ein großer, zentraler Baukörper in der Verlängerung des Tores zu beobachten. Es entsteht so eine Hauptsichtachse durch die Schanze. Bei den weiteren Gebäuden handelt es sich um so genannte Umgangs- und einfache Pfostenbauten, die auch als Speicher genutzt wurden. Meist wurden sie entlang der Seiten und bevorzugt in der Nähe der Ecken errichtet, wodurch große Freiflächen im Innenraum entstehen. Brunnen dienten wohl der Wasserversorgung.

Bei der überwiegenden Zahl der Schanzen handelt es sich um Orte, die eine zentrale Funktion besitzen und für die keltischen Siedlungslandschaften von großer Bedeutung sind.






Zwei archäologisch und geologisch interessante Wanderwege
starten in Gilching. Initiiert von unserem Partnerverein 'Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte Gilching e.V.' wurden diese Ende Mai 2008 eröffnet. Diese Rundwege und treffen auch auf den Vier-Schanzenweg.

        Karte und Beschreibung als PDF-Datei (Gilching)





Zeit+Raum MuseumsRundwege Germering

Die Germeringer Museumsrundwege führen zu bedeutenden archäologischen Fundstellen und interessanten Plätzen der Germeringer Ortsgeschichte.

        Karte und Beschreibung als PDF-Datei (Germering).