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Sunderburg - Grabungstagebuch 2007

Der Arbeitskreis Vor- und Frühgeschichte führt in diesem Spätsommer die 5. Grabung auf dem Schloßberg bei Schöngeising, der sog. Sunderburg durch. Den bisherigen Erkenntnissen nach handelt es sich bei diesem Plateau über der Amper um eine frühbronzezeitliche (ca. 1700 bis 1600 v.Ch.) Höhensiedlung .
Geplant ist die Fortführung des Wallabschnittes an der Aussenseite des Walles bis durch die Grabensohle (in der Folge mit Schnitt 2 bezeicnet) und eine Fortsetzung der Flächengrabung (Schnitt 1).
Der Schnitt durch den Wall soll Erkenntnisse zur Bauweise bringen und von der Flächengrabung erhofft man sich einen Aufschluss über die eventuelle Bebauung des Innenraumes.

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Samstag, 1. September 2007

Bereits am Vortag wurden die Grabungsflächen eingemessen und abgesteckt; Heute wurden sie erstmal von losen Ästen und Gestrüpp gesäubert und  anschließend damit begonnen, die etwa 5 bis 10 cm starke Humusschicht abzuheben. Dieser Aushub wird gesiebt, wobei bereits einige Keramikscherben vorgeschichtlicher Zeitstellung gefunden wurden. Die Anlage des ersten Planums im Schnitt 1 wird durch einige alte Wurzelstöcke und die Wurzeln einer Fichte in der Mitte des Schnitts erschwert!

Bilder vom ersten Tag:

Grabungsbeginn Wall Grabungsbeginn Schnitt 1 Der Vereinschef beim Sieben Die Grabungsmannschaft

Grabungsbeginn am Wall . . . .

. . . und am Schnitt 1

Beim Sieben

Die Grabungsmannschaft


Montag, 3. September 2007

Heute wurde im Schnitt 1 der Humus bis auf die Lehmschicht abgetragen und zusätzlich auf einer 1x1 m großen Fläche bis zum Kies des Moränenhügels gegraben. Wieder wurden Keramikscherben sowie einige Feuerstein-Abschläge ausgesiebt. Hinweise auf eine Bebauung konnten im Planum bisher nicht festgestellt werden.
Am Wall (Schnitt 2) wurde ebenfalls der Humus zum äußeren Graben hin abgebaut. Hier liegt unter der Humusschicht der graubraune Kies der Wallaufschüttung. Unter der Wallkrone erkennt man eine Packung mit zum Teil kopfgroßen Steinen.

Bilder des zweiten Tages:

Unsere 'Baustelle' Bei der Arbeit Siebmannschaft Feuerstein-Abschlag

Unsere 'Baustelle' im Wald

Bei der Arbeit

Die Siebmannschaft

Feuerstein-Abschlag


Planum von Schnitt 1 Toni Drexler Planum von Schnitt 2 Archäologe Markus Wild

Planum von Schnitt 1

Toni Drexler siebt und sucht!

Planum von Schnitt 2

Archäologe Markus Wild beim Zeichnen



Dienstag, 4. September

Nach dem Regen

Es hatte geregnet! Der lehmige Boden war durch die Nässe nicht mehr zu sieben, weshalb überwiegend am Wallschnitt weitergearbeitet wurde. -
Kreisheimatpfleger Toni Drexler hatte wohl eine unruhige Nacht, denn er kam am Vormittag mit der Erkenntnis, dass Schnitt 1 wohl auf einem Feld des 19. Jh. angelegt wurde, wie aus einer Beschreibung und einer Karte, die F. S. Hartmann um etwa 1860 verfasste, hervorgeht. Dies würde auch erklären, warum die gefunden Keramikscherben über die ganze Schicht verteilt sind. Wir beschliessen daraufhin, eine weitere Flächengrabung an einer ca. 50 m entfernten Stelle anzulegen (Schnitt 3). - Die Arbeiten wurden heute mehrmals durch Regenschauer unterbrochen.



Mittwoch, 5. September

Auch dieser Tag begann mit Regen, was die versammelte Mannschaft aber nicht abhalten konnte, am Wallschnitt weiterzugraben und Schnitt 3 in Angriff zu nehmen. In der neuen Fläche soll bis zur Kiesschicht gegraben werden - vielleicht ergibt sich hier ein Befund, der Aufschluß über eine Bebauung gibt.
Nach heftigen Regenschauern wurde mittags die Grabung für diesen Tag beendet.

1. Planum Schnitt 3



Donnerstag, 6. September

Heute hat uns der Regen verschont. Die Grabungen am Wallschnitt und am Flächenschnitt 3 wurden fortgeführt. Am Wallschnitt wurde die ursprüngliche Bodenfläche erreicht. Das bereits im letzten Jahr festgestellte Pfostenloch ist nun auch durch den neuen Schnitt sichtbar. Ein weiteres Pfostenloch wurde bisher nicht gefunden, weshalb der Wallschnitt noch um einen Meter verbreitert werden soll.
Schnitt 3 wurde bis zum ersten Planum (Lehm / Kies) freigelegt und danach eine Hälfte davon bis auf die reine Kiesschicht abgetieft. Ausgesiebt wurden wieder mehrere Keramikscherben und ein Feuersteinabschlag

Bilder des fünften Tages:

Grabungsstelle Schnitt 3 Tagesarbeit am Schnitt 3 Tagesarbeit am Wallschnitt

Die Grabungsstelle von Schnitt 3 . . .

. . . und nach der Tagesarbeit

Der heutige Wallschnitt


Freitag, 7. September

Der Schnitt 3 wurde bis zur Kiesschicht fertig gegraben und - fast wie zu erwarten war - kam auch hier kein Befund zutage, da diese Fläche auch durch die Nutzung als Feld archäologisch gestört war. Daraufhin wurde der Schnitt 1 um 8 m nach Norden hin erweitert. - Der Wallschnitt wurde bis auf die Lehmschicht abgetieft.


Bilder des sechsten Tages:

Schnitt 1E Gestrüpp Planum Schnitt 1E Pause Schnitt 2 Erweiterung Schnitt 3 Kies

Das Gestrüpp für die Erweiterung von Schnitt 1wird beseitigt

Die Erweiterung von Schnitt 1: Gestrüpp und Gras wurden entfernt

Die heutige Mannschaft bei der Mittagspause

Der erweiterte Schnitt 2 am Wall

Schnitt 3 - Planum 2 (Kiesebene)


Samstag, 8. September

Heute war ein erfolgreicher Tag! Kurz vor Mittag endlich erste Anzeichen der vorzeitlichen Bebauung: In der Erweiterung von Schnitt 1 wurden nach Abzug von Humus in der Lehmschicht die dunklen Umrisse von Pfostenlöchern freigelegt.
Gerade rechtzeitig, um einer Wandergruppe des Kneipp-Vereins München eine kurze Präsentation unserer Arbeit zu geben.
Zum Abschluß der Tagesarbeiten war Schnitt 1E komplett abgeräumt und am Wallschnitt das Profil in einem 1 m breiten Streifen bis auf den gewachsenen Kies abgetieft.

Bilder des siebten Tages:

Blick auf Schnitt 1 Schnitt 1E Planum 1 Pfostenloch

Blick vom Wall auf Schnitt 1

Schnitt 1 Erweiterung - Planum 1

Deutlich hebt sich das Pfostenloch vom Lehm ab


Wandergruppe Wallschnitt Wall - Detail

Interessierte Zuhörer vom Kneipp-Verein München

Vertiefung am Wall-Schnitt

Detail der Vertiefung


Am Sonntag, 9. September findet der 'Tag des offenen Denkmals' statt, an dem sich der Historische Verein Fürstenfeldbruck mit dieser Ausgrabung beteiligt.


  Fortsetzung hier!