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Hügelgrab bei Fürstenfeldbruck-Puch (Kiesgrube Stockinger)

Die Grabungsstelle ist ein vermeintlicher vorgeschichtlicher Grabhügel an der Kreisstraße von Fürstenfeldbruck nach Landsberg/Lech. Auf Höhe der Abzweigung zum Ortsteil Puch (nördlich) bzw. zum Kieswerk Stockinger (südlich) liegt der Hügel in dem Dreieck unmittelbar südlich der Kreisstraße und östlich der Kieswerkstraße.
Da die Kreisstraße an dieser Stelle verbreitert und um jeweils eine Linksabbiegespur erweitert wird muss der Hügel abgebaut werden. Er ist in der Form annähernd kreisrund, nur die Nord- und die Westseite scheinen leicht einzuziehen, möglicherweise wurde dort beim Straßenbau ein kleiner Teil des Hügels abgetragen. Darauf deutet auch das etwas steilere Relief nach Norden und Westen hin Auf dem mit Gras bewachsenen Hügel befand sich bisher ein ursprünglich 1946 errichtetes und 1987 erneuertes Holzkreuz und zwei große Bäume (1 Kastanie, 1 Linde). Da die Bäume älter als 60 Jahre sind und der Hügel, zusammen mit einem Kreuz, schon auf dem Uraufnahme-Blatt von 1861 zu sehen ist, lag der Verdacht nahe, dass es sich dabei um einen vorgeschichtlichen Grabhügel handelt, zumal im Umkreis von unter 1000 m mindestens zwei Grabhügelfelder bekannt sind. Es sind aber im Luftbild keine Befunde in den unmittelbar an den Hügel anschließenden Wiesen und Feldern erkennbar. Der Hügel ist daher kein eingetragenes Bodendenkmal.
Durch den Grundstücksbesitzer wurde der Historische Verein FFB auf die bevor stehenden Baumaßnahmen aufmerksam gemacht und man beschloss, den Hügel im Vorfeld archäologisch zu untersuchen. Mit der Leitung der Ausgrabung wurde der Archäologe Markus Wild M.A. betraut.

Nachdem die Bäume und das Marterl entfernt waren, wurde am 23.04.2007 mit den Grabungsarbeiten begonnen.



Ein Grabungstagebuch in Bildern - April 2007

Montag, 23. April 2007, Vermessungsarbeiten, der Bagger rollt an:

  
Huegelgrab-KreuzungHuegelgrab




Dienstag, 24. April 2007, vorsichtig wird das erste 'Tortenstück' Schicht für Schicht abgegraben; das erste Planum - eine Starkstromleitung durchschneidet den Hügel und behinderte die Arbeiten:

  
Huegelgrab-1. TeilHuegelgrab-1.Teil






Mittwoch, 25. April 2007, nach Abgraben des Lehmhügels und der alten Rotlage wurde die Kiesschicht freigelegt, das zweite Planum:

Huegelgrab-1.Teil




Donnerstag, 26. April 2007, das zweite 'Tortenstück' wird abgegraben, kräftige Baumwurzeln erschwerten die Arbeit, erstes Planum; auch hier war die verlegte Starkstromleitung der Stadtwerke hinderlich:

  
Huegelgrab-2.TeilHuegelgrab-2.Teil




Freitag, 27. April 2007, auch hier wird mit der Kiesschicht das zweite Planum erreicht, die Profile werden vermessen und gezeichnet.
Links lassen sich Verwerfungen in der Kiesschicht erkennen, ein erster Hinweis auf menschl. Eingriffe?
Im rechten Bild sind die beiden Segmente gut zu erkennen.

  
Huegelgrab-2.TeilHuegelgrab-2.Teil






So sieht 'unsere Baustelle' nach einer Woche aus der Luft aus!
Die rechte Hälfte des Hügels ist noch unberührt, links von der Mitte die zwei offenen Segmente.

Huegelgrab-Luftaufnahme




Montag, 30. April 2007, Durchstich vom 2. zum 3. Segment und das Profil davon.
Noch gibt es keine Hinweise auf eine Grablege.

  
Huegelgrab-2. TeilHuegelgrab-2.Teil


Die Arbeit ruht! An diesem Punkt war bereits klar, dass mit einem archäologischen Befund wohl nicht mehr zu rechnen ist. Es wurde daher beschlossen, die Grabung einzustellen. Lediglich die Mitte des Hügels soll noch untersucht werden, wenn der etwa 1 x 1m messende Betonsockel des Holzkreuzes entfernt wird, doch in diesem schmalen Steg sind wohl keine Funde mehr zu erwarten.
Auf eine Ausgrabung des noch ausstehenden Sektors 1 kann unter diesen Umständen wohl ebenfalls verzichtet werden.

Lesen Sie das Fazit aus dem Grabungsbericht des Archäologen.



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