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Die Abteilung 'Kelten, Römer, Bajuwaren' im Stadtmuseum 

Raum 1, vom Hochmittelalter zu den Römern


Eingangsbereich

Museum Eingangsbereich



Empfangen wird man im Treppenaufgang von drei Figuren, die symbolisch für die Menschen stehen, deren Hinterlassenschaft im Museum zu sehen ist. Im Eingangsbereich wird man über die archäologische Situation im Landkreis informiert, ein großes Foto zeigt den Arbeitskreis Vor- und Frühgeschichte bei einer Ausgrabung (Schöngeising 1992).

Der 'rote' Faden, der den Besucher unserer Abteilung geleiten soll, knüpft an die Gründung des Klosters Fürstenfeld an und führt ihn rückwärts in die Vergangenheit.
Nach einer Information über die archäologische Situation im Landkreis wird gezeigt, welche Adelsfamilien vor der Klostergründung bei uns gewirkt haben und was von ihnen geblieben ist.


Hochmittelalter und Klostergründung

Das Kloster wurde gegründet als Sühnekloster, aber auch als ein für die Wittelsbacher wichtiger Außenposten vor allem gegen die Welfen. Welche Adelsgruppierungen noch im Gebiet des Landkreises gewirkt haben und was von ihnen geblieben ist, zeigen Info-Tafeln und die Vitrine linkerhand. Diese Sequenz in unserer Abteilung belegt eindrucksvoll, wie nachhaltig die Zisterzienser ihre Mission im Auftrag der Wittelsbacher verwirklicht haben. Es gibt fast keine Funde aus der Zeit zwischen 900 und 1263 und später und von den damals existierenden Burgen oder Befestigungswerken existieren nur noch einige wenige Burgställe.


Bajuwarisches Gräberfeld Emmering

Sehr viel mehr wissen wir über die Menschen, die nach dem Abzug der Römer unsere Gegend besiedelt haben. Insbesondere mit Hilfe der Funde aus dem Gräberfeld in Emmering und aus Urkunden weiß man über die Zeit zwischen 450 und 850 ziemlich gut Bescheid.
Einen Schwerpunkt in der Abteilung bilden die Exponate aus dem Emmeringer Gräberfeld, das wegen des Neubaus einer Kompostieranlage und eines Wertstoffhofes untersucht werden mußte. Von 1990 bis 1994 öffneten Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege 450 Gräber. Die Freilegung wurde 1997 und 1999 durch den Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte fortgesetzt. Die über 1200 Funde, die alle im Landesamt restauriert und dem Historischen Verein übergeben wurden, erlaubten es, viele von ihnen anhand typischer Waffenformen oder Schmuckelemente ziemlich genau zu datieren und so eine Chronologie für die Belegung des Gräberfeldes aufzustellen. Zwei Figuren zeigen die für die Zeit Mitte des 7. Jahrhunderts typischen Grabbeigaben eines Mannes, der wegen seiner beiden Waffen zu den Häuptlingen gezählt werden muss, und einer Frau, die eine Zierscheibe trägt, die mindestens 1500 Jahre vor ihr einer bronzezeitlichen Vorgängerin als Schmuck diente.

  
BajuwarenBajuwaren-Schmuck


Bajuwaren im Landkreis

Auch in vielen anderen Orten, insbesondere denen mit der Endung -ing entlang der Amper, herrschte reges bajuwarisches Leben, wie weitere Exponate zeigen. Ein wichtiger Fund gelang 1997 in Jesenwang mit der Aufdeckung des Hügelgrabes vermutlich eines Ortsadeligen vom Anfang des 8. Jahrhunderts. Unsere Inszenierung gibt die Fundlage der Grabbeigaben wieder.

Funde aus der Bajuwarenzeit


Römer im Landkreis

Durch eine reiche Hinterlassenschaft in vielen Orten des Landkreises wissen wir auch über die römische Besiedelung in unserem Landkreis ziemlich gut Bescheid. Waren die Siedlungen der Bajuwaren wieder, wie vor den Römern, auf die Amper ausgerichtet, orientierte man sich nach deren Einmarsch in Rätien ab 15 v.Chr. bis zum Ende des Imperiums Mitte des 5. Jahrhunderts n.Chr. am Verlauf der Römerstraße von der Provinzhauptstadt augusta vindelicum (Augsburg) nach iuvavum (Salzburg). Man kennt aufgrund der Luftbildarchäologie den Standort von mindestens 13 villae rusticae, den römischen Gutshöfen, die die Provinzhauptstadt über die Straße mit Lebensmitteln versorgten.

Römische Münzen, römische Gräber in Pfaffenhofen, Römischer Alltag

In der römischen 'Abteilung' des Museums zeigen linkerhand Münzen auf einer Karte, wie sich die Fundorte entlang der Straße hinziehen. Die anschließende Vitrine informiert über die Bestattungssitten der Provinzialrömer, die mit reichhaltigen Funden aus der Kiesgrube südlich von Pfaffenhofen zeigt, was die Römer ihren Toten mitgaben. Die Gedenksteine, die sie ihnen errichteten sind im Museum nur sehr fragmentarisch vertreten.

Vitrine zum römischen Alltag

Die Vitrine rechts hinten und eine Handmühle davor zeigen einen kleinen Ausschnitt davon, was die Menschen damals im Alltag an Geräten, Schmuck, Werkzeugen bzw. Handwerkserzeugnissen verwendeten. Eine Hausgöttin durfte natürlich nicht fehlen.
Zu den ganz raren Funden in dieser Vitrine zählt das Fragment eines 'Lieferscheins' aus einer römischen Ziegelei als beschrifteter Dachziegel.

Funde einer Römerbrücke

Zu guter Letzt sieht man die wichtigsten Funde aus der Schöngeisinger Ausgrabung. Der Arbeitskreis stieß damals auf das Gewerbegebiet von ambrae, dem römischen Schöngeising, einer mansio (Raststätte) am Flußübergang über die Amper.
Die wieder zusammengefügten Bruchteile von Sarkophagdeckeln aus Jurakalk wurden entweder umgearbeitet oder zu Rohmaterial für den Bau verarbeitet. Die beiden Eichenpfosten, die am Übergang aus dem Flussbett geborgen wurden, hat man dendrochronologisch untersucht und auf die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts datiert.



Nun gelangen Sie in den zweiten Ausstellungsraum. Hier wird der Zeitraum von den Kelten zurück in die Steinzeit behandelt.


Unsere Exponate stammen aus dem Besitz des Historischen Vereins oder sind Dauerleihgaben des Stadtmuseums, der Archäologischen Staatssammlung, der Stadt Germering, von Siegfried Greif, Emmering und Roswitha Spohd, Fürstenfeldbruck.


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