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Die Abteilung 'Kelten, Römer, Bajuwaren' im Stadtmuseum 

Raum 2, von den Kelten zurück in die Steinzeit



Blick in Raum 2



Dieser Raum empfängt die Besucher mit einer Landkreiskarte, auf der die wichtigsten Fundorte der verschiedenen Epochen zu lokalisieren sind, sowie mit Informationen über die archäologische Forschung im Landkreis.

Die Funde aus der Latènezeit zeigen - erläutert durch Rekonstruktionszeichnungen - wie sich die Menschen damals gekleidet haben, welchen Schmuck sie trugen und welche Waffen, und welche Bedeutung die Eisenverarbeitung und der Handel hatten. Reste einer Schmelzofenwandung, Schlacken und Roheisenstücke belegen eine intensive Ausbeutung der Raseneisenerzvorkommen im Landkreis. Zwei Spitzbarren könnten Produkte der heimischen Roheisen-Verarbeitung sein. Die Meisterschaft der späten Kelten in der Glasverarbeitung zeigen die zahlreichen Fragmente aus mehreren Orten. Den Hinweis auf eine latènezeitliche Besiedlung liefern Brunnenhölzer.

Sehr viel mehr Siedlungsspuren gibt es aus der Hallstattzeit. So wurden in Maisach die Grundrisse von über 50 Häusern freigelegt. Ein Bild von deren Aussehen kann man sich anhand eines Modells machen.

Zahlreiche Teller, Schalen, Schüsseln und Töpfe aus einem Hügelgräberfeld bei Grafrath zeugen von der hohen Qualität der Keramik-Produktion der Hallstatt-Leute. Weitere Exponate informieren über Bewaffnung, Schmuck und Arbeitsgeräte in dieser Zeit.
Von der ersten systematisch betriebenen Grabung in Bayern im 19. Jahrhundert, der Ausgrabung eines Wagengrabes in Esting, sind einige Teile des Pferdegeschirrs zu sehen.

Vitrine zum römischen Alltag




Keramik-UFZ

Die nächsten beiden Sequenzen sind der Bronze- und Urnenfelderzeit gewidmet. Aus einem Gräberfeld der Urnenfelderkultur in Gernlinden stammt die 11 Teile umfassende Ausstattung eines Grabes.

Ein Rasiermesser und eine Pinzette zeugen von der Körperpflege vor über 3000 Jahren.

Rasiermesser-BZ




Den zweiten Schwerpunkt bildet die Sunderburg bei Schöngeising, vermutlich eine Höhensiedlung über der Amper, wo neben unzähligen Keramikscherben zwei äußerst seltene Bronzesicheln gefunden wurden

Das dritte Thema ist der Bearbeitung der Bronze gewidmet. Bronzebeile, Gewandnadeln, Pfeilspitzen und Messer beweisen die Kunstfertigkeit der Menschen dieser Epoche.

Aufbau - BZ-Objekte-1

Vitrine-Keramik




Am Übergang vom Neolithikum zur Bronzezeit siedelten bei uns die Glockenbecherleute und die Schnurkeramiker. Die Ausgrabung eines Gräberfeldes der Glockenbecherleute bei Esting erbrachte die für diese Kultur typische Keramik und beinernen Schmuck. Zeichnungen und Fotos erläutern die Bestattungssitten in dieser Zeit.

Insbesondere Lesefunde belegen, dass der Landkreis auch im Neolithikum von Menschen besiedelt war. So fanden sich zahlreiche Keramikscherben der Chamer Kultur, darüberhinaus Silexartefakte, wie Messer, Klingen, Pfeilspitzen und sonstige Geräte, dazu große und kleine Steinbeile. Durch eine Grabung konnte eine Siedlung der Münchshöfener Kultur nachgewiesen werden, die mit zwei Gefäßen repräsentiert wird.

Eine Grabung am Ufer des ehemaligen, jetzt verlandeten Haspelsees bei Haspelmoor und Lesefunde brachten den Beweis, dass die Mesolithiker an diesem See ein Basislager aufgeschlagen haben, in dem sie die für die Jagd und die tägliche Arbeit erforderlichen Steinwerkzeuge herstellten. Rekonstruktionszeichungen veranschaulichen die Kunst der Silexbearbeitung.

Aus der Altsteinzeit stammen die ältesten Funde im Landkreis - Fragmente von den Stoßzähnen eines Mammuts und die kolossalen Zähne eines Mastodons.


Unsere Exponate stammen aus dem Besitz des Historischen Vereins oder sind Dauerleihgaben des Stadtmuseums, der Archäologischen Staatssammlung, der Stadt Germering, von Siegfried Greif, Emmering und Roswitha Spohd, Fürstenfeldbruck.


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