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Wissenswertes über Brucks Amperbrücken

Ausschlaggebend für eine Ansiedlung an der Stelle unserer heutigen Stadt war die hier über die Amper führende Brücke, nach der die Siedlung auch benannt wurde. Ihre Anfänge liegen ebenso im Dunkel geschichtlicher Vorzeit, wie die vielfach angestellte Vermutung, vor dem Bau einer Brücke hätten die Menschen an gleicher Stelle die Amper in einer Furt überquert. Möglich erscheint es, denn Funde aus keltischer Zeit im heutigen Stadtgebiet beweisen eine schon sehr lange zurückliegende Besiedlung. Daß diese frühen Siedler auch das Bedürfnis hatten, das andere Amperufer aufzusuchen, läßt sich denken.

Der Brücken- bzw. Zollstreit zwischen dem bayerischen Herzog Heinrich dem Löwen aus welfischem Geschlecht und dem Bischof von Freising führte 1158 zur Verlegung der Oberföhringer Isarbrücke an die Stelle der heutigen Landeshauptstadt München. Das war auch deren Geburtsstunde. Zwangsläufig mußten für den Weitertransport des Salzes in's Schwäbische und in die Schweiz die von der neuen Isarbrücke weiterführenden Straßen neu- bzw. ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang dürfte auch unsere Amperbrücke neu- bzw. ausgebaut worden sein; den damaligen Möglichkeiten entsprechend in Holzbauweise. Brückenzoll erhoben die Brucker Ortsherren, die Watten von Gegenpoint, dafür mußten sie die Brücke unterhalten. Um 1400 starb die Familie mit Gunter dem Watten von Gegenpoint im Mannesstamme aus. Seine Schwester verkaufte 1425 das Erbe und damit auch den Brückenzoll in Bruck an das Kloster Fürstenfeld. Letzterer war allerdings ein schlechter Kauf. Die Straße über Bruck war nur eine Nebenstrecke der Verbindung München - Augsburg und brachte wenig Zoll aus dem Fernverkehr. Mit dem Zoll aus der örtlichen Brückennutzung zu den Feldern südlich der Amper war kaum der Zöllner zu bezahlen. Der wohnte südlich der Amper in einem Haus am heutigen Leonhardsplatz (siehe Tafel am Geschäftshaus Bernhard Huber). Der Schlagbaum war nördlich, beim "Pöckh am Bruckhenschlag" (Bäcker am Schlagbaum), an der Stelle des heutigen KD-Marktes. Mit ihm schloß der Zöllner nachts den Brückenübergang, daß ihm kein Zoll auskam. Mehr als des Zöllners Lohn aber belastete der Brückenunterhalt die Klosterkasse. Regelmäßige Überschwemmungen verursachten immer wieder schwere Schäden an der Brücke oder zerstörten sie zuweilen ganz. Nach der Klosteraufhebung im Jahre 1803 beendete die "Churfürstl. Landes-Direktion von Bayern" die Erhebung des Brückenzoll und überbürdete dem Markt Bruck die Unterhaltspflicht für die Amperbrücke. Etwa 100 Jahre vergingen, bis als Ersatz für die anfällige Holzbrücke 1909 eine Brücke in einer für die damalige Zeit "neuen" Stahlbetonkonstruktion errichtet werden konnte. Sie zeigt auch heute noch das künstlerische und architektonische Gespür ihrer Konstrukteure. Beachtenswert sind vor allem die Ausbildung der Brückenbrüstungen in Formen des Jugenstils mit eingespannten Gittern.

Östlich der Amperbrücke, an der Stelle des heutigen Deichensteges, führten die Brucker Bierbrauer, von denen es im 18. Jahrhundert zeitweilig nicht weniger als acht gab, ihre Frischwasserleitung in Holzrohren (Deicheln oder Teicheln genannt), vom Quellgebiet an der Ludwigshöhe her kommend, auf einem Steg über die Amper. Daher der Name Deicheln- (Teicheln) Steg. Er war Eigentum der Bräuer, denen natürlich auch die Baulast oblag. Ihr Versuch, diese Baulast 1845 durch Umänderung ihres Steges in eine förmliche Brücke auf die Marktgemeinde abzuwälzen, schlug zunächst fehl. Sie mußten den von ihnen auf eigene Kosten bereits umgebauten Steg auf Anordnung des königlichen Landgerichts zu beiden Seiten mit einer Türe abschließen. Erst 1879 gelang es durch eine vertragliche Vereinbarung zwischen Bräuer und Marktgemeinde den Steg zu öffnen und damit seine Nutzung durch die Allgemeinheit. Er blieb aber bis heute Fußgängersteg.

Westlich der Amperbrücke, an Stelle der heutigen Schlachthofbrücke, führte die Obermühlbrücke zur Obermühle (heute E-Werk). Über sie brachten die Bauern aus Puch über die "Pucher - Mühl - Straße" ihr Getreide zur Obermühle. Die Brücke war immer Eigentum des Obermüllers und von diesem zu unterhalten.
Die heute den Radfahrern und Fußgängern vorbehaltenen Heubrücke hieß früher die "Lange Brücke". Sie war Eigentum des Klosters, verband dessen landwirtschaftlichen Betrieb mit seinen Äckern und Wiesen nördlich der Amper und wurde auch nur für diesen Zweck genutzt.


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