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Brucks Rathäuser

Von Robert Weinzierl




Erstes Gemeindehaus

Die Grundherrschaft über den Markt Bruck lag in Händen des Klosters Fürstenfeld. Seine Vertreter im Markt Bruck waren der Klosterrichter und dessen Schreiber, sie beaufsichtigten die in sehr beschränktem Maße zugelassene gemeindliche Selbstverwaltung. Bei dieser geringen Kompetenz der "Marktsverwaltung" war weder Verwaltungspersonal noch ein Rathaus erforderlich. So kommt es, dass man in Fürstenfeldbruck vergeblich nach einem historischen Rathausbau Umschau hält, wie sie in anderen bayerischen Städten und Märkten in Bayern zu finden sind.

    Markts-Verfassung von Bruck in früherer Zeit

    Unser Bruck gehörte seit dem 13. Jahrhundert der Ministerialenfamilie von Gegenpoint, die erstmals 1110 urkundlich in Erscheinung tritt. Zweihundert Jahre später zeichnet sich der Beginn ihres wirtschaftlichen Abstieges ab. 1306 teilen sich die Brüder Heinrich und Watt von Gegenpoint der ererbten Besitz. Dann verteilt sich der Besitz immer häufiger auf immer mehr Familienangehörige. Nutznießer war das Kloster Fürstenfeld, dem es gelang durch Kauf oder Stiftung einen großen Teil der Besitztitel an sich zu bringen. Die in der Teilungsurkunde von 1306 erstmals als Markt genannte Ansiedlung an der Amperbrücke (Bruck), erwarb das Kloster in den Jahren 1340 und 1342. Damit beginnt eine für die Bürger des Marktes nicht immer angenehme klösterliche Grundherrschaft, die bis zur Aufhebung des Klosters 1803 bestand.
    Hatte der Herzog als Landesherr den ihm unterstehenden landesherrlichen Märkten in schon beachtlichem Umfang Selbstverwaltungsrechte eingeräumt, so gestand der Prälat von Fürstenfeld, wie viele seiner Amtsbrüder, den seiner Grundherrschaft unterstehenden Orten und Märkten wenn überhaupt, so nur eine bescheidene Selbstverwaltung zu. Aus einer Vereinbarung von 1399 wissen wir, dass der Abt vier Bürger des Marktes Bruck zur Unterstützung des Klosteramtmannes (Klosterrichters) bestellt. Später ergänzte er diese Institution der "Vierer" durch eine Zwölferkollegium. Die Mitglieder beider Kollegien bestellte das Kloster Fürstenfeld als Grundherrschaft, später dann durften die Bürger die Hälfte der Gremien wählen. Die Hälfte der Vierer musste aus der Mitte der Zwölfer gewählt werden. Vom engeren Rat der Vierer mussten jährlich die zwei älteren zurücktreten. Einen der Nachrücker bestellten die Zwölfer, den anderen das Kloster. In den engeren Rat der Vierer sollten nur Bürger gewählt bzw. bestellt werden, die "forderst des Lesens und Schreibens kundig, mithin auch zu Führung der Gemains-Rechnung tauglich, auch sonst ehrbaren Wandels und ziemlichen Vermögens sind". Die Bestellung oder Wahl eines Bürgermeisters oder Kämmerers für den Markt Bruck hat das Kloster nie zugelassen. Diese Funktion übte der Klosteramtmann bzw. der Klosterrichter aus. Ihnen oblag auch ausschließlich das Besiegelungsrecht, d.h. der Markt Bruck durfte kein Marktsiegel führen, weshalb auch keine Notwendigkeit bestand ihm ein Wappen zu verleihen.
    Die Vierer hatten zusammen mit dem Klosteramtmann bzw. Klosterrichter folgende Rechte:

    • Vertretung der Bürger bei der Grundherrschaft (Kloster);
    • Preise für Wein, Brot, Fleisch, Bier und andere Nahrungsmittel festzusetzen;
    • über kleinerer Streitigkeiten wie Beleidigungen, üble Nachrede, Bausünden zu richten;
    • Feuerstätten alle drei Monate zu visitieren, Besichtigung der Feldeinfriedungen;
    • Sorge zu tragen, dass kein Fremde sich länger als drei Tage im Markt aufhält;
    • Verstöße gegen die Ordnung im Markt zu ahnden;
    • jährliche Überprüfung der Ausrüstung (Wehr) der Bürger;

    Die Vierer und Zwölfer hatten auch Repräsentationspflichten, so mussten sie jeden Donnerstag an den Sakramentsumzügen und an sonstigen kirchlichen Prozessionen teilnehmen. Als Anerkennung für ihr Wirken war ihnen bei den Prozessionen der Vortritt vor der übrigen Gemeinde eingeräumt.
    Die gemeindlichen Ausgaben (Unterhalt der Gemeindeanlagen, Vergü-tung der Gemeindebediensteten, des Schulmeisters, der Boten und Fuhrleute sowie Aufwendungen für Gottesdienste und Kreuzgänge) mussten aus den Gemeindeumlagen (Steuern) und Bürgeraufnahms-geldern neu aufgenommener Marktbürger bestritten werden. Über Einnahmen und Ausgaben musste jährlich einmal vor dem Abt in Anwesenheit der Vierer, der Zwölfer und der gesamten Gemeinde Rechnung gelegt werden.

Auch in den ersten Jahrzehnten nach dem Ende der Klosterherrschaft 1803 hielt sich die Marktsverwaltung noch in bescheidenen Grenzen. Ein Bedarf für eigene Verwaltungsräume ergab sich erst 1851, wo man sich im ehemaligen Schulhaus westlich der Kirche einquartierte. Heute steht an seiner Stelle das Pfarrheim der katholischen Pfarrgemeinde St. Magdalena.

Rathaus1

Jakob Dirnagl bezeichnet das Haus in seiner Häuser Chronik des Marktes Fürstenfeldbruck ab 1590 als Wohnhaus des Tagmessers oder Gesellenpriesters. Das waren Priester, die als Gehilfen (Gesellen) des Pfarrers an der Pfarrkirche St. Magdalena wirkten. 1635, also nach dem Schwedeneinfall im Dreißigjährigen Krieg, ging das Haus in Privatbesitz über und wurde 1676 von der Gemeinde als Schulhaus erworben. Nach dem Bau des neuen Schulhauses im Jahr 1826 blieb es einige Jahre ungenutzt. 1851 sollte es auf Beschluss der Gemeindeversammlung zum höchstmöglichen Preis verkauft werden. Dazu kam es aber nicht und so richtete man darin die Gemeindekanzlei ein und hielt dort auch die Gemeindeversammlungen ab. Dies aber war für das alte Haus zuviel.
Schon vier Jahre später zeigte sich, dass es die Last vieler Versammelter nicht mehr zu tragen vermochte und darin zu tagen "gefahrdrohend" wurde. So verlegten die Bürger ihre Versammlungen, zu denen immerhin an die 130 Teilnehmer kamen, in den "von allen Gastlokalitäten entfernten Saal des Bierbrauers Gerbl" (Marktplatz Haus Nr. 1). Ein Jahr später, am 1.2.1856, meldete sich das königliche Bezirksamt Bruck als Aufsichtsbehörde und verlangte Auskunft über die weitere Verwendung des baufälligen Gebäudes. Dazu meinten die Brucker, dass dieses Haus nach Unterfangen der Grundmauern noch lange als "Schranneneinstellhalle und Marktskanzlei" genützt werden könne. Der Bau eines Rathauses sei ihrer Meinung nach überflüssig und nicht finanzierbar. "Hohe und höchste Stellen" gaben aber nicht nach und drängten auf den Bau eines Rathauses. Dazu kam, daß der Markt Bruck als Sitz des Landgerichtes ob seines schäbigen Rathauses zum Gespött des Bezirks wurde. Als man daran ging das Übel abzustellen und ab 1861 ein neues Rathaus zu planen soll der damalige Posthalter gemeint haben: "Is' nimma z' früh. Mit unserem alten Kasten hinten bei der Kirche lacht uns so das ganze Bezirksamt schon aus."



Das Alte Rathaus

Als das Haus des am 2. Januar 1863 verstorbenen Kaufmanns Joseph Rehm verkauft wurde, erwarb es die Markts-Gemeinde um den Preis von 18.000 Gulden, wozu die "Königliche Regierung von Oberbayern im Namen Seiner Majestät des Königs von Bayern" am 6. Februar 1864 die Zustimmung erteilte. Neun Monate später kam die Genehmigung zum bedürfnisgerechten Umbau des Gebäudes. Der wurde dann zügig angegangen und wohl schon 1866 fertiggestellt. Das bisher als Schrannen- und Rathaus genutzte Gebäude neben der Kirche wurde Armenhaus.
Fotos aus der Zeit nach Fertigstellung des Rathauses lassen ganz deutlich die Raumgestaltung im Innern erkennen. Auffallend der breite Eingang im Erdgeschoss und die einfache Gestaltung des Äußeren. Durch den Eingang trug man das auf der Schranne vor dem Rathaus erworbene Getreide in die Schrannenhalle, die Platz für 200 Scheffel Getreide bot, deutlich erkennbar an den kleinen, einfachen Fenstern links vom Eingang. Neben der Halle, hinter einem großen Fenster hatte der Schrannenschreiber seinen Platz, der an Verkäufer die Schrannenzeichen abgab. Er mußte sein Zimmer mit dem Marktschreiber teilen. Von der Kanzlei führte eine Türe zu dem anschließenden kleinen Sitzungsraum, der zugleich als Kassenzimmer diente und dessen Fenster zum Schutz vor Einbrechern vergittert war. Schließlich hatte im Erdgeschoss der Polizeidiener noch ein kleineres Zimmer, das er auch als "Wachzimmer für Einquartierungen" (wohl Arrestzelle) verwenden musste.
Zentrum und wichtigster Bestandteil des Rathauses sollte der große Versammlungsraum mit Platz für 250 Personen sein (diese Zahl ist bei der Planvorlage wohl etwas zu groß angegeben worden) . Zu seinem in gotisierender Form gestalteten Eingang gelangte man auf der über Eck geführten Freitreppe mit einem durchbrochenen in Stein gehauenen Geländer. Seine zwei Fenster zum Markplatz und die drei an der Westseite zeigen in Größe und Gestaltung die Bedeutung des dahinter liegenden Raumes. Im Versammlungssaal war ein erhöhtes, mit einer Treppe vom Saal aus zugängliches Podium für die Ausschuß-Mitglieder. Von diesem aus gelangte man in das anschließende Sitzungszimmer und die daneben befindliche Registratur, im Äußeren deutlich vom Versammlungssaal durch kleinere Fenster abgesetzt.
Das zweite Stockwerk beherbergte die Wohnung des Marktschreibers. Eine stattliche Vierzimmer-Wohnung mit Küche, Fletz und "Abtritt" (Toilette). Ihre Fenster waren durch eine Umrahmung geschmückt aber noch nicht mit Fensterläden versehen
Die drei Dachgauben zur Marktseite hin trugen Fialen. Am Giebel war ein Treppengiebel angedeutet. Über den Fenstern des zweiten Stockwerks brachte man an der Giebelseite die vom Erzgießer Ferdinand von Miller dem Jüngeren der Heimatstadt seines Vaters gestifteten Bronzereliefs mit den Portraits Herzog Ludwig des Strengen und Kaiser Ludwig des Baiern an.
Kaum 40 Jahre später träumten die Brucker von einem Um- bzw. Neubau ihres Rathauses. Es wurden Pläne gefertigt für einen Umbau des bisherigen Rathauses und seine Erweiterung bis zur Amperbrücke. Aber auch ein völliger Neubau auf dem Platz der jetzigen Sparkasse am Marktplatz wurde geplant. Beide Pläne hat Kreisheimatpfleger Dipl. Ing. Architekt Alexander Zeh in der heimatkundlichen Vierteljahresschrift Amperland (1990, Heft 1, Seite 401) veröffentlicht. Aus Kostengründen mussten aber all diese hochfliegenden Pläne im Archiv begraben werden. 1908 entschloss man sich zu einem einfachen Umbau des bestehenden Rathauses. Der war möglich, weil die Schrannenhalle in das inzwischen durch den Markt erworbene Niedermayer - Anwesen (an Stelle des heutigen Sparkassenbaues) verlegt werden konnte. So brachte der Ausbau des bisher als Schrannenhalle genutzten Erdgeschosses zusätzliche Büro-Räume. Das zeigt sich deutlich auf dem Bild des Rathauses aus dem Jahre 1909.

Rathaus2 Rathaus2a
Das erste Rathaus des Marktes Bruck am Marktplatz, vor . . . .
  
 . . . . und nach der Umgestaltung im Jahr 1909.
  

Im Erdgeschoß sind nun 7 normale, vergitterte Fenster. Auch die Brüstung des Treppenaufganges ist umgestaltet worden. Sie erhielt eine geschlossenere Form. Damals sind wohl die reizenden Tiere angebracht worden, deren genauere Betrachtung empfehlenswert ist. Eingang und Fenster des großen Saales sind nun durch Fassadenmalerei deutlich hervorgehoben. Alle übrigen Fenster im ersten und zweiten Stockwerk erhielten Fensterläden. Ein anderes Gesicht erhielt die Fassade. Die gotisierenden Treppengiebel wurden in nachempfundenem Barock umgestaltet und ein kleines Rundtürmchen aufgesetzt. Vereinfacht hat man die Dachgauben und um eine vermehrt. Genau über dem Saaleingang wurde eine Turmuhr angebracht auf deren geschwungenem Giebel ein Hahn sitzt. Die Uhr lieferte die "Königlich Bayerische Hof- und Turmuhrenfabrik" Johann Mannhardt in München, sie kostete 720 Mark.
Kaum 25 Jahre später genügte auch dieses umgebaute Rathaus nicht mehr den Anforderungen. 1934 riß man das alte Schrannenhaus ab und errichtete an dessen Stelle einen Rathaus-Neubau. Seit dessen Fertigstellung wird unser Gebäude nur noch als "Altes Rathaus" bezeichnet und es verfiel in einen langen Dornröschenschlaf. Äußerlich erhielt es einen 'ochsenblut'-roten Anstrich, der vielen Bruckern noch in Erinnerung sein wird. Im Saal waren vorübergehende die Reste des Heimatmuseums untergebracht.
50 Jahre später, im Jahr 1984, war es wieder soweit, dass das nahezu ungenutzt Haus in seinem Inneren zu Büroräumen umgestaltet werden sollte. Die bei ersten Untersuchungen wieder entdeckte Fassung der Saalausmalung führte zu intensiven Diskussionen an deren Ende der Beschluss stand, das Alte Rathaus in der Fassung von 1908 innen und außen wiederherzustellen. Und so präsentiert sich dieses Haus in seinem Äußeren heute als Schmuckstück unseres Marktplatzes. In seinem Inneren birgt es die gute Stube unserer Stadt, den Versammlungssaal in seiner Ausschmückung von 1908, heute genutzt als Trauungszimmer.

    Wozu diente ein Schrannenhaus / eine Schrannenhalle

    Dem Markte Bruck wurde erstmals im Etatsjahr 1837/38 von "allerhöchster Stelle" eine Schranne bewilligt. Es war das Recht, einen Getreide-markt abhalten zu dürfen, diesen nannte man Schranne. Schon seit Jahrhunderte brachten die Bauern Getreide, das sie nicht selbst benötigten zum Verkauf auf solche Getreidemärkte. Sie benötigten die aus dem Verkauf von Getreide eingenommenen Gelder vor allem um Steuern und Abgaben zu zahlen. Auf dem Markt kauften Müller, Wirte und Brauer ein, sofern sie nicht feste Lieferanten hatten. Jahre mit guter Ernten bescherten den Bauern nicht selten Absatzprobleme, sie muss-ten dann einen Teil des angebotenen Getreides wieder mit nach Hause nehmen. Umgekehrt aber stiegen in Jahren mit schlechtem Ernteertrag die Preise drastisch an, so dass weite Bevölkerungsschichten nicht mehr in der Lage waren, ihren mindesten Lebensunterhalt zu decken. Gerade in den Jahren 1816 - 1818 traten durch vollständige Missernten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren empfindliche Hungersnöte auf. Da erinnerten sich die Verantwortlichen im Staat, dass große Städte schon im Mittelalter Getreidelager anlegten, die auch Schrannen genant wurden. Darin lagerten sie das nach guten Ernten zu billigen Preisen eingekaufte Getreide ein und verkauften es in Notzeiten zu mäßigen Preisen. Nun verpflichtete der Staat die Städte und Märkte zum Aufkauf von überschüssigem Getreide nach guten Ernten und es einzulagern. Da war das alte, ungenutzte Schulhaus, gerade recht zur Verwendung als Schrannenhaus zum Einstellen und Lagern des Getreides. Nach dem ersten Getreidemarkt am 6. September 1838 wurde dort erstmals Getreide eingelagert. Ab dem Bezug des Rathauses 1866 kam die Schranne in dessen Erdgeschoss.
    Als es der Marktgemeinde 1874 gelang das Niedermaier'sche Brauereianwesen (an Stelle des heutigen Sparkassenbaues) zu erwerben, verlegte man die Schrannenhalle dorthin. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges brachte für Bruck das Ende des Schranne.


Schranne1 Schranne2
Schrannenknechte tragen auf dem "Bretzen" Getreidesäcke in die Schrannenhalle im Erdgeschoß des Rathauses.
   Die letzte Schranne in Bruck im Jahr 1914 vor dem Schrannenhaus.
  



Das neue Rathaus

In den Jahrzehnten nach dem Bezug des Rathauses wuchs die Einwohnerzahl stetig an. Das brachte Mehrarbeit für die Verwaltung zu deren Bewältigung mehr Personal und dafür höherer Raumbedarf erforderlich war. Um Abhilfe zu schaffen wurde der am Marktplatz (Haus Nr. 8 - heute Sparkassenbau) stehenden Gaststättenbau des 1874 erworbenen Brauereianwesens teilweise zu einem Bürogebäude umfunktioniert. Darin fand auch die Verwaltung des Überlandwerkes Platz. Als es dann 1934 gelang von dem 1929 zum Bau des Postamtes der Reichspost ausgereichten Darlehen vorzeitig 150 000 Mark zurück zu bekommen, war die Chance für einen Rathaus - Neubau gekommen. Dies teilte Bürgermeister Adolf Schorer am 7. Februar 1934 dem Gemeinderat mit. Er hob dabei besonders hervor, dass dieser Bau auch der Arbeitsbeschaffung diene und dem einheimischen Mittelstand in Handwerk und Gewerbe eine Verdienstmöglichkeit erschließe. Wichtige Argumente zur Bewältigung der großen Arbeitslosigkeit. Es ging dann alles sehr schnell. Im März 1934 wurde das seit 5 Jahren als baufällig geltende alte Haus abgerissen, am 1. Mai der Grundstein für den neuen Verwaltungsbau gelegt und dieses am 16. Dezember bezogen. Die Pläne lieferte der Architekt Ludwig Scheidner aus Emmering, der Olchinger Maler Karl Sonner schmückte die Fassade mit Fresken.

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Das Erdgeschoss des Hauses belegten Sparkasse und Überlandwerk, den ersten Stock die Gemeinde-, ab 1935 Stadtverwaltung. Dem so hochgepriesenen Bauwerk waren aber nur 39 Jahre vergönnt. 1973 fiel es der Abriss - Birne zum Opfer, nachdem die Stadtverwaltung das vom Landratsamt geräumten "Zwerchhaus" am nördlichen Ende des Marktplatzes bezog.






Das neue Verwaltungsgebäude der Stadt Fürstenfeldbruck am Marktplatz, kurz nach seiner Vollendung.







Derzeitiges Rathaus

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Das Zwerchhaus.
Sitz des Landrichters, des Bezirksamtmanns, des Landrats und jetzt des Bürgermeisters und der dazu gehörenden Verwaltung.


Dieses Haus war in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Eigentum der Klosterrichter Hans Mayer (Epitaph in der Pfarrkirche St. Magdalena) und Georg Hirsch. Eine Tochter des letzteren heiratete den Besitzer der nebenan liegenden Rößbüchel Brauerei (heute Tengelmann Filiale) und brachte das Haus (heute Rathaus) als Mitgift mit in die Ehe. Es blieb dann in den folgenden 150 Jahren bei dieser Brauerei. 1834 erwarb es die Marktgemeinde und vermietete es zur Unterbringung des 1823 neu gebildeten Landgerichts Bruck an den Staat, der es 15 Jahre später kaufte. Nach der Trennung von Justiz und Verwaltung im Jahr 1861 blieb darin die Verwaltung, das Bezirksamt (ab 1946 Landratsamt). Hinter dem Gebäude lag der Sommerkeller der Roßbüchelbrauerei, später Hazibräu genannt. Er wird schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts in der Häuser Chronik von Jakob Dirnagl erwähnt. Diesen erwarb 1911 der Staat zur Erweiterung des Bezirksamtes. 1973 kam es zum großen Ringtausch. Der Landkreis errichtete auf dem kreiseigenen Grundstück Münchner Straße 31 das neue Landratsamt, die Stadtverwaltung zog in das alte Landratsamt, Hauptstraße 31 und die Kreis- und Stadtsparkasse übernahm das bisherige Rathaus, riss alle Gebäude auf dem Areal zwischen Hauptstraße und Pruggmayrstraße ab und errichtete dort einen Neubau.
Das jetzige Rathaus, wegen seiner querstehenden Lage auch Zwerchhaus genannt, stammt in seinem Kern aus der Zeit nach dem von österreichischen Truppen gelegten Brand im Jahr 1704. Sein jetziges Aussehen mit dem neubarocken Stuckdekor erhielt es 1914.


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